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14.07.2011, 14:04 Uhr
Offene Mitgliederversammlung zum Thema Energie
Der CDU-Ortsverband Jüchen hatte zur offenen Mitgliederversammlung zur Diskussion zum Thema Energie geladen. In der Gaststätte Caspers konnten die Gäste mit dem Bürgermeister der Gemeinde Jüchen, Herrn Zillikens, dem CDU Landtagsabgeordneten für Jüchen Herrn Lienenkämper und Herrn Marx als Vertreter der Energieagentur NRW diskutieren. Viele Bürgerinnen und Bürger nutzen die Gelegenheit ihre Fragen direkt zu adressieren, wofür die Diskussionsteilnehmer mit kompetenten Antworten und Ratschlägen zur Verfügung standen.
Insgesamt erwies sich die Mischung des Teilnehmerkreises aus Verwaltung, Landespolitik und Energieagentur NRW als eine gute Mischung, da sich die Fragen sowohl um politische Themen wie den Atomausstieg oder die Förderrichtlinien für erneuerbare Energien, aber auch Energiesparmöglichkeiten im eigenen Haus und in öffentlichen Gebäuden der Gemeinde Jüchen drehten. Auch die Frage nach der Bezahlbarkeit und der Versorgungssicherheit der Energie bewegt die Bürgerinnen und Bürger. Dies nicht nur im Hinblick auf die eigenen Kosten, sondern auch für die im Rheinkreis Neuss ansässigen Firmen und damit verbunden der Sicherheit von Arbeitsplätzen. In diesem Zusammenhang wies Bürgermeister Harald Zillikens auf ganz konkrete Auswirkungen für die Kommunen hin, z. B. führt die Brennelementsteuer dazu, dass die Kommunen mit geringeren Gewerbesteuereinnahmen zu rechnen haben. Auch fehle vielen Kommunen schlichtweg  das Geld, um in Energiesparmaßnamen zu investieren.
Die Möglichkeit der dezentralen Energieversorgung bietet auch die Chance, die Marktmacht einiger weniger großer Stromkonzerne zu durchbrechen. Herr Marx wies auch auf das Risiko hin, dass man möglicherweise die Marktmacht einiger Stromkonzerne gegen die Marktmacht einiger weniger Investmentgesellschaften tausche, die z. B. stark in Windparks investieren. So befürwortet er als Vertreter der Energieagentur NRW eine möglichst breite Aufstellung in diesem Bereich.
 
Der CDU Landtagsabgeordnete Lienenkämper betonte die Rolle der Energiegewinnung gerade für den Rheinkreis Neuss. Da heute niemand den Energiemix in 25 Jahren kennt, heute aber Entscheidungen mit Auswirkungen auf die nächsten Jahrzehnte getroffen werden müssen, plädierte er dafür sich bei der Versorgung breit aufzustellen. Für den Rheinkreis Neuss bedeutet dies konkret, dass neben den Erneuerbaren auch die Braunkohle als heimischer Energieträger seinen Beitrag leisten muss.
 
Einigkeit herrschte darüber, dass die energiepolitische Wende nur in einem möglichst breiten Konsens erfolgreich sein kann, das heißt, dass die Menschen mit ihren Ängsten und Nöten ernst genommen werden müssen. Den Weg kann man nur gemeinsam beschritten werden. Viel Arbeit muss geleistet werden, da keine Energieform, auch nicht die erneuerbaren, keine Kehrseite haben. Es geht auch nicht mit dem St. Florians Prinzip, d. h. mit der Forderung alles machen, ja nur nicht bei mir.
 
Am Ende dankte der Ortsverbandsvorsitzende Herr Christoph Schmitz den Diskussionsteilnehmern und allen Anwesenden für die guten Diskussionsbeiträgen und die rege Beteiligung.
Herr Lienenkämper nutzte die Gelegenheit in seiner Funktion als CDU Kreisvorsitzender Herrn Welter für seine Arbeit als Vorsitzender der MIT Jüchen zu danken. Wegen seines Umzuges kann er diese Funktion in Zukunft nicht weiter wahrnehmen.