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06.01.2017, 08:47 Uhr
Ausblick auf das Jahr 2017
Harald Zillikens, Bürgermeister
 Ein Ausblick auf das Jahr 2017 unseres Bürgermeisters Harald Zillikens.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

 

vor dem Rathaus hängen die Flaggen auf Halbmast. Für alle Jüchener Bürgerinnen und Bürger dokumentieren wir damit unsere Trauer und Betroffenheit über das entsetzliche Attentat auf dem Berliner Weihnachtsmarkt und unsere Verbundenheit mit den Opfern und deren Familien.

 

Es fällt mir schwer, vor dem Hintergrund der zahllosen Krisen, Kriege, Attentate und dem millionenfachen Flüchtlingselend einen Ausblick auf das Jahr 2017 zu wagen. Zu tief sitzen Trauer und Betroffenheit, ja auch Zorn auf alle diejenigen, die aus Hass, Verblendung oder fehlgeleitetem Glauben so viel Elend über ihre Mitmenschen bringen.

 

Aus meiner Sicht ist es zwingend, dass wir in der Europäischen Union wieder zu einer Einheit finden und dass unser Land im engen Schulterschluss mit den europäischen Nachbarn klare und verbindliche Regelungen für einen geordneten Zugang von Schutzsuchenden schafft. Eine Einreise in unser Land ohne Pass mit völlig  ungeklärter Nationalität und Identität darf es nicht mehr geben.

 

Letztlich wird das politische Geschehen auch in unserer Gemeinde durch die Politik der EU, im Bund und in NRW wesentlich beeinflusst. Neben der Asylpolitik sind dies insbesondere die Bereiche Schule, Verkehr und Wirtschaft sowie die Diskussion um das Auslaufen der Braunkohlentagebaue.

 

Mit dem neuen Montessori-Kindergarten in Otzenrath werden wir bis Herbst 2017 drei neue Kindergartengruppen zur Verfügung haben, um den steigenden Bedarf im Bereich Hochneukirch / Holz / Otzenrath abdecken zu können. Der Spatenstich ist am 05. Januar.

 

Unsere weiterführenden Schulen, Gymnasium und Gesamtschule, sind nach den Sommerferien erfolgreich und mit deutlich mehr Neuanmeldungen gestartet. Die Entscheidung, den Schritt in Richtung Gesamtschule zu gehen, um allen Jüchener Kindern ein gutes Schulangebot machen zu können, ist richtig. Dass in unserem Gymnasium mit der neuen Schulleiterin, Frau Monika Thouet, ein ‚frischer Wind‘ weht, freut mich sehr.

 

Die Gemeinde als Träger der Schulen wird im kommenden Jahr rund 300.000 Euro in die Breitbandanbindung der Schulen, in digitale Schultechnik und den Aufbau von WLAN-Strukturen investieren. Wir bieten unseren Kindern in unseren Schulen ein hervorragendes Lernumfeld. Würde sich das Land NRW genauso intensiv um die Vermeidung von Unterrichtsausfall durch die Besetzung aller freien Lehrerstellen kümmern, könnten wir zufrieden sein. Stattdessen wird vor der Landtagswahl eine erneute Diskussion um G8 oder G9 geführt und die Kommunen bleiben beim Thema ‚Inklusion‘ ohne ausreichende Unterstützung durch das Land weiterhin in der finanziellen Bredouille.

 

Die Ausstattung unserer Freiwilligen Feuerwehr bildet auch in den kommenden Monaten einen Schwerpunkt bei unseren Investitionen. Neben dem bereits bestellten Hilfeleistungslöschfahrzeug und dem Rüstwagen im Gesamtwert von  885.000 Euro werden wir im kommenden Jahr einen neuen Einsatzleitwagen für unsere Freiwillige Wehr beschaffen.

Mit einem bereits beauftragten Fachingenieurbüro beginnen wir Anfang des Jahres mit der Suche nach einem geeigneten Standort für ein neues Feuerwehrgerätehaus für den Löschzug Hochneukirch.

 

Die im Gemeinderat von allen Fraktionen getragene Entscheidung, beim Innenministerium den Antrag zu stellen, Jüchen zur „mittleren kreisangehörigen Stadt“ zu erklären, ist eine strategische Entscheidung und letztlich die logische Konsequenz der in den letzten Jahrzehnten in unserer Heimatgemeinde geschaffenen umfangreichen Infrastruktur. Zudem ist Jüchen mit jetzt 23.600 Einwohnern die nach Einwohnern größte kreisangehörige Gemeinde in Nordrhein-Westfalen. Wir erhalten durch die Stadtwerdung die Möglichkeit, weitere Aufgaben - insbesondere im Bereich der Bauangelegenheiten, der Wohnraumförderung und Verkehrslenkung - in eigener Verantwortung für alle Bürgerinnen und Bürger im Rathaus anzubieten.

Erlauben Sie mir die Anmerkung, dass weder die Ratsmitglieder noch irgendjemand in der Verwaltung durch die Stadtwerdung mehr Geld erhält.

 

Trotz der derzeit zahlreichen dunklen Wolken am Horizont bleibe ich optimistisch und werde mich mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung, der Kindergärten und des Baubetriebshofes und im engen Schulterschluss mit dem Gemeinderat weiterhin für unsere Gemeinde und deren positiver Weiterentwicklung einsetzen.

 

Ich bin sicher, dass auch im kommenden Jahr wieder zahlreiche Bürgerinnen und Bürger intensiv am Leben unserer Gemeinde teilnehmen und sich vielfältig engagieren werden. Den vielen ehrenamtlich Tätigen in Vereinen und Verbänden, in den Kirchen, unserer Freiwilligen Feuerwehr, in den Rettungsorganisationen, im sozialen und kulturellen Bereich, im Sport und in den Parteien sage ich ein von Herzen kommendes ,Danke‘ für ihren Einsatz und die gute Zusammenarbeit.

 

Für das neue Jahr wünsche ich Ihnen und Ihren Familien alles Gute und von Herzen viel Glück, beste Gesundheit und Zufriedenheit!

 

Ihr

Harald Zillikens

Bürgermeister